Bereits seit Dezember 2014 trägt der Geopark Porphyrland den Titel „Nationaler GeoPark“, welcher als Qualitätssiegel nach einer Zertifizierung entsprechend den Richtlinien „Nationale GeoParks in Deutschland“ durch die GeoUnion Alfred-Wegener-Stiftung verliehen wird. Nach fünf Jahren erfolgt eine erneute Evaluierung, in deren Rahmen der Zustand des Geoparks durch die Zertifizierungskommission überprüft wird.
„Nachdem wir im Spätsommer den erforderlichen Fortschrittsbericht der Zertifizierungskommission Nationale GeoParks übermittelt hatten, erhielten wir nun die Nachricht, dass die Evaluierung unseres Geoparks positiv verlaufen ist. Wir freuen uns sehr über die erneute Verleihung dieses Qualitätssiegels und die damit verbundene Erlaubnis den Titel „Nationaler GeoPark in Deutschland“ weiterhin tragen zu dürfen. Diese Auszeichnung stellt den erfolgreichen Abschluss eines arbeitsintensiven Jahres dar, welches voller Höhepunkte steckte. Es bestätigt uns in unserer Arbeit und lässt uns voller Tatendrang in das neue Jahr schauen“, freut sich Dr. Gerhard Gey, Präsident des Geoparks Porphyrland.
Laut Zertifizierungkommission hat der Geopark Porphyrland vor allem mit der hohen Qualität seines Fortschrittsberichts und der übrigen übersandten Dokumente überzeugt. Deutlich wurde bei der Evaluierung die ausgesprochen wissenschaftliche Orientierung des Geoparks, die neuesten geowissenschaftlichen Erkenntnisse zur Existenz eines Supervulkans auf seinem Gebiet in die Arbeit einbezieht. Große Sorgfalt wird auf die geodidaktische Vermittlung der Inhalte verwendet – in den Geoportalen, in den Tafeln im Gelände, in den Publikationen und beim Internetauftritt. Die Publikationen des Geoparks sind sehr gut konzipiert und ausnehmend schön gestaltet, vorbildlich auch der Managementplan und der Geotopmanagementplan, die GeoRanger-Ausbildung und die Arbeit mit Schulen.
Geoparks sind Gebiete, in denen die Geologie in besonderer Weise zum Thema gemacht wird. Steinbrüche, natürliche Felsformationen und andere „Fenster in die Erdgeschichte“ lassen geologische Zusammenhänge im Erdinneren und an der Erdoberfläche besonders gut erklären. Geoparks werden mit dem Ziel ausgewiesen, Erdgeschichte zu vermitteln, Prozesse der Gesteins- und Rohstoffbildung darzustellen, geologische Schätze erlebbar zu machen und für deren Erhaltung und nachhaltige Nutzung Sorge zu tragen. Zu den wichtigen Aufgaben eines Geoparks gehören daher der Geotopschutz sowie die Umweltbildung. Darüber hinaus soll ein Geopark die nachhaltige Wirtschaft seiner Region unterstützen und einen regionalen naturverträglichen Tourismus fördern. Diese Aufgaben kann ein GeoPark nur erfüllen, in dem er sein Netzwerk aus Einrichtungen der Geowissenschaften, aber auch aus Handwerk, Industrie, Kultur, Verwaltung und Tourismus ständig pflegt und erweitert. In Deutschland tragen zurzeit 16 Geoparks das Prädikat „Nationaler GeoPark“.
Der Geopark Porphyrland. Steinreich in Sachsen
Östlich der Großstadt Leipzig, auf dem Gebiet des Nordwestsächsischen Vulkanitkomplexes erstreckt sich der Geopark Porphyrland. Steinreich in Sachsen. Vor knapp 290 Millionen Jahren rissen hier gewaltige Vulkanausbrüche zwei riesige Calderen mit Durchmessern von bis zu 60 Kilometern in die Landschaft und verschütteten diese vulkanischen Einsturzkessel unter mindestens 500 Meter mächtigen Lava- und Vulkanascheschichten. Diese Geschichte eines der größten Vulkangebiete in Europa erzählen heute die Rhyolithe – umgangssprachlich Porphyr genannt – und auch die Kaolintone, die als Verwitterungsprodukte aus den Porphyren entstanden. Sowohl Porphyr als auch Kaolin sind seit Jahrhunderten wichtige Rohstoffe im Geoparkgebiet; sie werden hier bis heute abgebaut und weiterverarbeitet. Die Grenzen des Geoparks werden von den Hohburger Bergen im Norden, dem Collm bei Wermsdorf im Osten, dem Kirchbruch von Beucha im Westen und dem Rochlitzer Berg im Süden markiert. Seit Dezember 2014 zählt der Geopark Porphyrland. Steinreich in Sachsen zu den 16 Nationalen GeoParks in Deutschland.
