Dornreichenbach
Ortsnamen:
1465 : Richimbach
1472 : Reichenbach
1529 : Dornreichenbach
1534 : Dorren Reichenbach
1791 : D
rren-Reichenbach od. Dorn-Reichenbach
Eingemeindung:
1997 nach Falkenhain
2012 nach Lossatal
Einwohnerzahl:
544 (Stand: 31.12.2016)
Im Jahre 1348 wird „Richimbach“ zum ersten Mal in einer Urkunde erwähnt. Das Dorf entstand um eine Kirche und ein Rittergut. Später wird es Reichenbach und erst ab dem Jahre 1529 „Dornreichenbach“ genannt, was die dorngestrüppreiche Gegend treffend charakterisiert.
Zeiten der Not gingen über das Dorf hinweg. Es brannte 1637 im Dreißigjährigen Krieg gänzlich ab. Die Bewohner kamen um oder ließen sich in anderen Dörfern nieder. Danach wohnte 15 Jahre lang kein Mensch in Dornreichenbach. Dornen und Gestrüpp überwucherten Felder und das Dorf. Erst Alrich von Mordeisen begann im Jahre 1653, das Dorf mit Kirche und Schule wieder aufzubauen. Im Jahre 1670 verwüstete ein Sturm die Gegend. Dächer von Kirche und Schule wurden abgedeckt.
Mehr als 200 Jahre blieb Dornreichenbach im Besitz der Familie des Alrich von Mordeisen. Es wohnten 60 Menschen im Dorf, die alle dem Rittergut unterstanden. Die Untertanen hatten Frondienste zu leisten, Weidegeld zu zahlen. Der Gutsherr hatte die Gerichtsbarkeit inne. Zum Rittergut gehörten neben dem Wirtschaftsgebäude auch die große und kleine Schenke mit Brauhaus, Erbschmiede, Lustgarten, zwei Steinbrüche sowie 23 Teiche. Insgesamt 1000 Schafe wurden gehalten. Die letzten Besitzer waren die Herren von Minkwitz. Von 1932 bis 1945 gehörte das Schloss dem Strumpffabrikanten Max Drechsel.
Der Abbau von Gesteinen in der Umgebung von Dornreichenbach, der sogenannte Dornreichenbacher Quarzporphyr, ist sehr traditionsreich und wird bis heute in großen Mengen betrieben. Für die Pflasterungen und Schotterung sächsischer Straßen haben die Steinbrüche der Region seit dem 19. Jahrhundert eine besonders große Bedeutung. Darüber hinaus wurden in Dornreichenbach Mauersteine und einfache Steinmetzobjekte hergestellt.
Der Aufschwung der Steinindustrie ließ das Dorf stetig wachsen, so dass dort heute rund 600 Einwohner leben. im Jahre 1997 wurde Dornreichenbach nach Falkenhain eingemeindet und schließlich im Jahre 2012 nach Lossatal.